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Die Ehescheidung


Die Ehe oder so .... Trennung von Wegen positiv erleben. Bis dass der Tod euch scheidet Das Taxi hatte sie schon bestellt.



Das Taxi hatte sie schon bestellt.

Beitrag von Dr. Mathias Knoll

Er saß an der Theke vor seinem Bier. Er sah mich schweigend an und ich wusste: Er war betrunken und er war nüchtern. Aber vor allem war er traurig. Herr Bernt nickte mir zu, neben ihm auf dem Barhocker Platz zu nehmen.
„Seit gestern ist der frei…“ lächelte Herr Bernt jenes Lächeln, das zwischen Ironie und Erstaunen liegt.
„ Na, dann habt ihr es ja endlich geschafft…, “ sagte ich nüchtern und schob mir den Barhocker unter den Po.
„Pils?“ fragte Herr Bernt. Ich nickte. „ Alfons, ein Pils für den Doc ! Ja…, “ sagte Herr Bernt, als sei er mir nun endlich eine Erklärung schuldig. „…Sie kannten ja unsere Situation…dabei wäre ich am liebsten schon lange abgehauen.“
„…und nun das…, “ lächelte ich freundlich und nickte Alfons an seinem Zapfhahn zu.
„Es gab eine Zeit, da wollte ich Gisela nur loswerden…, “ sinnierte Herr Bernt. „…aber haben Sie schon mal eine Leiche entsorgt?“
„ Das ist gar nicht einfach…,“ lächelte ich wie ein Verschwörer und trank mein Bier.
„Nein, im Ernst…,“ sagte Herr Bernt, „…ich überlegte mir oft wie ich Gisela vergessen sollte. Ich bin ja kein Mensch, der jeden Tag eine Frau ertragen könnte. Und schon gar nicht morgens….“ Herr Bernt lächelte nun viel sagend, als sei er ein Mann vieler Affären. „ Aber…, “ lächelte Herr Bernt, als sei er immer noch erstaunt, „…eines Morgens stand Gisela abreisebereit in unserem Hausflur. Das Taxi hatte sie schon bestellt…“
„Gisela wusste immer, was sie wollte…, “ sagte ich.
„Ja…,“ sagte Herr Bernt „ Das kann man wohl sagen. Aber Gisela sagte nur: Ich fahre erst einmal zu meiner Mutter! Als ich ihr dann beim Gepäck helfen wollte, sah sie mich unendlich gelangweilt an.
Nur, dieser verdammte Taxifahrer hatte die Situation schon längst durchschaut. Denn er lächelte Gisela an, als käme mit ihm der große Befreier. Er öffnete ihr also galant die Wagentür und drückte dann fast zärtlich diese verdammte Tür ins Schloss. Das hörte sich an wie ein schmatzender Kuss. Nachdem dieser Kerl auch noch das Gepäck verstaut hatte, lächelte er mich nur verächtlich an und startete den Motor.
Na, ja, dachte ich noch, wenn Gisela zu ihrer Mutter fährt, dann kommt sie nach einer Woche wieder. Das war bisher immer so. Als ich dann aber ihre Mutter anrief, war die völlig überrascht. Denn sie hatte Gisela schon seit Wochen nicht mehr gesehen…“

Über mich: Dr. Mathias Knoll. Lebe als Hausarzt im Sauerland. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. FAZ, Neue Züricher Zeitung, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt etc.

Betreibe gemeinsam mit Gerd Pater und Günter Preikschas das Kulturportal http://www.medeasy.de .

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